Die Art und Weise, wie DB InfraGO die dringend notwendige Sanierung und den Ausbau der Schieneninfrastruktur gestaltet, stößt bei unserer GRÜNEN Regionalratsfraktion zunehmend auf Kritik. Die Bauabläufe sind unkoordiniert und berücksichtigen nicht die Interessen der Fahrgäste im Personenverkehr und der Kunden im Güterverkehr.
Das Schienennetz ist wegen der jahrzehntelangen Vernachlässigung marode und muss dringend saniert werden. Außerdem sind Ausbauten und Elektrifizierungen notwendig. Das gilt auch für unseren Regierungsbezirk und was die Sanierungen betrifft insbesondere im sogenannten Knoten Köln.
Solche Baumaßnahmen sind selbstverständlich ohne erhebliche Beeinträchtigungen des Betriebs nicht möglich. DB InfraGO scheint aber die Interessen der Fahrgäste und Güterverkehrskunden kaum im Blick zu haben und koordiniert die Baumaßnahmen nicht ausreichend, um die Folgen für den Betrieb zu minimieren. So soll z.B. im ersten Halbjahr 2028 die linke Rheinstrecke Köln – Bonn – Koblenz bei Vollsperrung generalsaniert werden. Im Anschluss daran werden bis Ende 2029 vier Brücken zwischen Köln-West und Köln-Süd neu gebaut, so dass es zwei Jahre überhaupt keinen Verkehr von Köln Richtung Bonn und Eifel und zurückgeben wird.
Auch die Elektrifizierung der Eifelstrecke steht im Fokus unserer Kritik. Immer wieder werden Streckenabschnitte für ein halbes Jahr gesperrt, so dass bis mindestens Ende 2029 kein durchgehender Verkehr zwischen Köln und Trier möglich ist. Die vierjährige Sperrung von Teilen der Eifelstrecke nach der Hochwasserkatastrophe 2021 wurde nicht genutzt, um die neu zu bauenden Streckenabschnitte gleich zu elektrifizieren und die Bahnhöfe zu modernisieren. Statt gleichzeitig erfolgt alles in Stückwerken nacheinander. Dies gilt analog auch für die von der S 23 befahrene Voreifelstrecke Bonn – Euskirchen, wo allein die Elektrifizierung etliche Jahre erfordert. Vom jahrzehntelangen Irrsinn des S 13 Baus südlich von Troisdorf an der rechten Rheinstrecke ganz zu schweigen. Dass dies durchaus anders geht, wird gerade auf der Ahrtalstrecke in Rheinland-Pfalz bewiesen.
Aus diesem Grund fordern wir eine bessere Koordinierung der Bauarbeiten und eine transparentere Planung, um die Auswirkungen auf den Betrieb, die Kund*innen und die Anwohnenden möglichst gering zu halten. Es besteht die Sorge, dass unzureichende Abstimmungen zwischen den verschiedenen Bauprojekten und den Verkehrsunternehmen zu überlangen Ausfällen und nicht akzeptablen Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste führen könnten.
Auf Anregung unserer GRÜNEN Fraktion wird sich die Verkehrskommission des Regionalrats ausführlich mit der Thematik beschäftigen.