Vegetationsbrände in den Sommermonaten 2026 im Regierungsbezirk Köln Anfrage für die Sitzung der Kommission für regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Tourismus, Kultur und Gewässerschutz am 13. November 2026

Ausgelöst durch die große Hitze und eine ausgesprochen lange Dürreperiode kam es in den letzten Wochen im Regierungsbezirk Köln und im direkt benachbarten belgischen Grenzgebiet zu einer Vielzahl kleinerer aber auch großer Vegetationsbrände.

Insbesondere die großen Flächenbrände in Hürtgenwald und im Hohen Venn haben uns gezeigt, dass Vegetationsbrände eines solchen Ausmaßes nicht nur große Mengen wertvoller Naturräume zerstören. Vielmehr stellen sie auch eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung in der näheren Umgebung dar und die sich bildenden Rauchfahnen können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, die weit über das eigentliche Brandgebiet hinaus reichen.

Nur der großartigen Einsatzbereitschaft unserer Freiwilligen und Berufsfeuerwehren, des THW und anderer Hilfsorganisationen, der Bundeswehr sowie der anliegenden Bevölkerung ist es zu verdanken, dass bei der Vielzahl all dieser Brände nicht noch viel mehr Schaden entstanden ist. Jedoch zeigten all diese Ereignisse auch, dass wir für die zu erwartende Häufung solcher Brandereignisse in der Zukunft nicht ausreichend gut aufgestellt sind.

Daher stellen sich uns eine Reihe von Fragen, die wir für so wichtig erachten, dass wir sie gerne in diesem Gremium thematisieren möchten und zwar mit der Bitte um ausführliche Vorab-Berichterstattung der zuständigen Behörden der jeweiligen Ebenen.

Die von uns hier aufgeworfenen Fragen stellen sich unabhängig von der genauen Zuständigkeit. Wir bitten daher darum, dass die Bezirksregierung Köln dort, wo sie selbst nicht zuständig ist, die Anfrage zu den über-, neben- und untergeordneten Behörden weiterleitet.

Weiterhin beantragen wir, den Tagesordnungspunkt mit dieser Anfrage zur allgemeinen Diskussion frei zu geben.

Unsere Fragen stellen sich wie folgt:

  • Gibt es eine Abteilung der Bezirksregierung Köln, die für diese Thematik (Brandbekämpfung, Brandschutz, Ausstattung und Koordinierung der Feuerwehren etc.) zuständig ist und wenn ja in welchem Umfang?
  • Gibt es, sofern die Zuständigkeit nahezu alleine bei den Kreisbehörden und Kreisfreien Städte liegt, eine wie auch immer gestaltete Beteiligung der Bezirksregierung Köln (z.B. Koordinierung und Steuerung)? Wenn ja, wie sieht diese aus?
  • Wenn nein, gibt es in diesem Falle die Überlegung, der Behörde zukünftig eine Koordinierungs- und Steuerungsfunktion zu übertragen?
  • unabhängig von den Zuständigkeiten würde uns interessieren, wo überall es im Regierungsbezirk im Juli und August in Form von Wald- bzw. Flächenbränden gebrannt hat, denn der Hürtgenwald war zwar das größte aber nicht das einzige Brandgebiet. Zeitgleich brannte es in Bonn-Dransdorf, davor schon im Naturschutzgebiet Wahner Heide sowie auch in Heimbach, Sankt Augustin, Königswinter, Alfter und Hennef und an ganz vielen anderen Orten.
  • Gibt es Erkenntnisse, wo die Einsätze zur Brandbekämpfung gut funktionierten und wo es noch deutliche Defizite gab, die es dringend zu verbessern gilt?
  • Gibt es eine Behörde, die für die koordinierte Analyse und Aufarbeitung dieser Flächenbrände und deren Bekämpfung zuständig ist oder zukünftig zuständig sein könnte?
  • Die Feuerwehren und Leitstellen selbst klagen über oftmals schlechte und veraltete Ausstattung bzw. Ausrüstung. Für Vegetationsbrände bedarf es darüber hinaus zusätzlich einer deutlich anderen Ausstattung zur Brandbekämpfung. Wie kann gewährleistet werden, dass eine effiziente Brandprävention- und Bekämpfung zukünftig möglich ist?

Nicht nur das Potsdam-Institut für Klimaforschung erwartet, dass sich die Wahrscheinlichkeit auch großflächiger Waldbrände in den nächsten Jahrzehnten erheblich erhöhen wird.

Wir fragen daher weiterhin:

  • Gibt es insbesondere für die größeren Wald- aber auch Freilandbereiche inzwischen Pläne zur präventiven Brandschutzvorsorge zum Beispiel in Form von Brandschutzschneisen, so wie von den Feuerwehren seit Langem gefordert (unabhängig davon ob es sich um Privatwald handelt oder nicht)?
  • Das Hohe Venn ist ein grenzüberschreitendes Hochmoor mit hoher ökologischer Bedeutung. Gibt es – unabhängig von Brandkatastrophen – eine organisierte Zusammenarbeit belgischer und deutscher Behörden zur Pflege und Erhaltung?
  • Gib es aufeinander abgestimmte und möglichst gebietsübergreifende Planungen zu einem konsequenten Umbau unserer heimischen Wälder und Gehölze in Richtung Resilienz gegenüber Hitze und Trockenheit?
  • Ist es möglich und sinnvoll, zu Zeiten extremer Waldbrandgefahr (Warnstufe 4 und 5) ordnungsbehördliche Betretungsverbote auszusprechen?

Mit freundlichen Grüßen

Rolf Beu und Gudrun Zentis, Fraktionsvorsitzende

f.d.R: Antje Schäfer-Hendricks und Hans-Josef Dederichs, Fraktionsgeschäftsführung